Hang an der alten Kirsche

Ein kleines, aber bezauberndes Gartenzimmer

In der Gartenplanung schon weit voran geschritten, bin ich Anfang des Jahres durch meinen Garten gestromert und tagträumte von blühenden Beeten. Im künftigen Obst- und Gemüsegarten hielt ich inne und grübelte wie ich es nun genau machen sollte: Den Weg wie gehabt an der Garage entlang führen? Oder einen Bogen machen, sodass zur Garagenwand ein Beet entsteht, zwischen Weg und Obstbeet aber noch ein Rasenstreifen bleibt (so stand lange Zeit der Plan)? Und da oben… ja huch, was ist denn das? Diesen kleinen verwilderten Hang unterhalb der Hainbuchenhecke hatte ich drinnen über meinen Buntstiften brütend gar nicht so recht auf dem Schirm gehabt. Heißer Tipp am Rande: Immer mal die Gummistiefel anziehen und einen Realitätsabgleich machen. 😉

Dafür reifte die Idee zur Gestaltung nun umso schneller. Als wir das Haus gekauft haben, gab es seitlich der Garage im Prinzip nur eine Hühnerleiter – ich erwähnte es bereits bei der Beschreibung der Gartentreppen. Die neue breite Treppe mit Zwischenpodest war bereits im Sanierungsjahr 2018 angelegt worden, sodass es sich nun quasi aufdrängte, einen hübschen Bogen zur untersten Stufe anzulegen um so den „Hang an der alten Kirsche“ als eigenen Raum zu schaffen. „Alte Kirsche“ weil sich zeigte, dass sich der zuvor schon kranke Baum nach dem Rückschnitt im Herbst nicht mehr erholt hatte. Dazu war der Hang wie gesagt recht verwildert, der Girsch wütete nach Lust und Laune, dazu einige wilde Brombeertriebe, eine unglücklich wirkende Johannisbeere und Unmengen alter Pfirsichkerne – vom Baum darüber. Na, daraus muss sich doch was Hübsches machen lassen! So entstand innerhalb kürzester Zeit (ich glaube sogar Stunden) der Plan, diesen Hang zu einem bezaubernden kleinen Staudenbeet umzugestalten.

Und das Beste daran: einer der ganz wenigen Bereiche, die ich auch sofort bepflanzen durfte, denn hier würde später nicht gebaggert werden. Ich glaube so schnell war ich selten im Gartencenter, als endlich Pflanzzeit war! 😀

Die Erde ließ sich hier übrigens wunderbar bearbeiten, sie war ganz locker und durch das jahrelange Verrotten der Pfirsiche, auch ganz besonders fruchtbar. Die unglückliche Johannisbeere ist umgezogen und flirtet nun mit ihrer Nachbarin, der Heidelbeere. Die wilden Brombeeren wurden samt Wurzeln rausgehackt und alles zumindest grob gereinigt – als ob das bei Girsch wirklich Sinn hätte. Es machte einfach richtig Spaß, diesen kleinen Teil des Gartens zu bearbeiten. Dennoch war es auch diesmal wieder ein Schock, als die ganzen Pflanzen gesetzt waren – das sieht immer soooo mickrig aus! Aber keine drei Monate später sieht es schon so aus – bei Regen und später am Abend:

Eines Tages werden sich die Kletterrose „Snow Princess“ und die Zwergrose „Schneeküsschen“, die oben schon so schön von der Terrasse lugt, sehr nahe kommen… Dann wird es richtig romantisch, durch den Bogen zu gehen. Der alte Rankbogen ist übrigens als Individualbau aus einfachem Bewehrungsstahl zusammen geschweißt, die Krönchen sind Gardinenstangen-Endstücke (schwedisches Möbelhaus) die mit Bronzefarbe gepinselt wurden. Für die Befestigung an der Brüstung haben wir gusseiserne Wandhaken genommen. Der Bogen ist einigermaßen in seine Einzelteile zerfallen, als er bei uns ankam (für so etwas lohnt es sich immer ebayKleinanzeigen zu durchstöbern!), ließ sich aber mit ein paar Schweißpunkten ganz leicht reparieren. Zwei rostige Pusteblumen dazu gesellt und nun darf alles wachsen und gedeihen. 🙂

Der „Hang an der alten Kirsche“ ist eines der kleinsten meiner Gartenzimmer und man muss fast sagen, leider nur ein Durchgangszimmer. Aber ich mag es schon jetzt ganz besonders und freue mich jedes Mal wenn ich vorbei gehe. Von solchen unerwarteten Begegnungen lebt ein Romantikgarten eben.

Ich freue mich, wenn es Euch gefällt und inspiriert.

Alles Liebe und allzeit einen grünen Daumen,
Eure Svea

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