Was bisher geschah

Im Februar 2018 haben wir unser Traumhaus am Kasseler Stadtrand das erste Mal besichtigt und sofort waren zwei Dinge klar: 1. wir sind verliebt und 2. hier sind gelinde gesagt ein bis zwei Handgriffe zu tun – innen wie außen… Aber welche romantische Liebesgeschichte ist nicht von einem Hauch Dramatik und einem beherzten Darum-Kämpfen umweht?

April 2018: Spatenstich 

Die allererste Amtshandlung – einen Tag nach Hausübergabe! – war das Fällen diverser Bäume an der Nordseite des Grundstücks (Rückseite des Hauses) um dort Platz für einen Pavillon sowie eine Natursteinmauer mit Staudenbeet zu schaffen. Das hatte ich gleich beim ersten Besuch vor meinem geistigen Auge! Der Garten war jahrelang nur notdürftig gepflegt worden, sodass hier einige Lebensbäume und allerlei wilde Triebe in das Grundstück gewachsen waren. Es werde Licht! Und schon wirkte das Ganze viel größer und heller. Ach ja – die Wäschespinne die praktischerweise mitten auf der Wiese stand, flog auch gleich raus. 😉

Die runde mit Basaltpflaster gestaltete Fläche für den Pavillon (auf einer natürlichen Erhöhung), die Stellfläche für das Gartenbett sowie die Natursteinmauer (heller Wesersandstein) wurden gleich in der ersten Woche angelegt – bevor IM Haus auch nur ein Handschlag getan worden war. Damit war wohl auch dem Letzten klar, welchen Stellenwert der Garten für micht hat – und wie sehr ich meinen früheren Garten vermisste. Was wurde über dieses Vorgehen gelästert! Insbesondere von Seiten der Handwerker. „Den Garten macht man zum Schluss!“, und so weiter, und so weiter. Aber 1. war klar, dass in diesem Bereich keine Baggerarbeiten nötig sein würden, 2. wollte ich uns für die nervenaufreibende Sanierungsphase gleich einen schönen Rückzugsort schaffen (Stichwort Pausen) und 3. wusste ich ja bereits aus Erfahrung, wie lange es dauern würde, bis der Pavillon berankt wäre – da konnten die Blumen gleich mal starten.

Mai 2018: Der Staketen-Zaun 

Während im Haus der Abbruch tobte und der sofortige Beginn der umfassenden Kernsanierung seinen Lauf nahm, überließen wir dort zunächst den Profis das Feld und nahmen uns des Zaunes an. Zum einen war das Grundstück durch alte (teils sehr niedrige) Maschendrahtzäune von allen Seiten einsehbar, sodass es im eigenen Garten völlig an Privatsphäre mangelte – ganz und gar nicht romantisch. An nur einigen Stellen der Grundstücksgrenze, steht eine dicht eingewachsene Hainbuchenhecke. Insgesamt wirkte es etwas zusammen gebastelt, ohne roten Faden oder klare Linie. Zum anderen wäre unser Hund fröhlich auf einer Pfote über ebendiese Zäune gehüpft und lachend im angrenzenden Wald verschwunden. Also musste ein neuer Zaun her – für nicht ganz unerhebliche 120 laufende Meter (inklusive Einfahrt).

Bei der Auswahl haben wir uns verschiedene Optionen angesehen: einen klassischen Holzlattenzaun, moderne Sichtschutzelemente in unterschiedlichsten Ausführungen und Farben, sowie Metallzäune. Für mich war wichtig, dass es ins Gesamtbild passt: Das Haus ist mit seinem spitzen Giebel, dem Biberschwanzgedeckten Dach und den weißen Sprossenfenstern ohnehin schon romantisch anmutend – was mir ja sehr gelegen kam. Dazu sollte der Zaun passen. Zudem steht es direkt am Waldrand mit freiem Blick auf grüne Felder (unverbaubare Frischluftschneise für die Stadt!), womit ein sehr natürliches Umfeld den Rahmen bildet. Und nicht zuletzt, habe ich Staketenzäune wegen ihrer Natürlichkeit schon immer geliebt! So fiel die Wahl auf französische Kastanie, die im Laufe der Zeit natürlich vergrauen wird und sehr langlebig sein soll – wir werden sehen…

Zur Montage: alle 2,5 Meter eine Einschlaghülse mit Holzbalken (mit Schutzkappen versehen), dazwischen Querbalken mit Winkeln angebracht – dabei das natürliche Gefälle des Grundstücks aufgenommen – und an diese, den auf Rollen gelieferten Staketenzaun angebracht. Diesen haben wir mit 5cm Abstand zum Boden montiert, damit er nicht im Nassen steht und somit hoffentlich länger hält.

Tipp: Vorher den Nachbarn Bescheid geben! 😉

Juni 2018: Die Gartentreppen

Die große Terrasse war an der Nordseite – der Himmel weiß warum – mit einem Zaun vom Garten getrennt. Nur eine schmale Waschbetontreppe führte an der kleinsten Stelle in den Garten bzw. auf die Rasenfläche. Haus und Garten sollten nun jedoch optisch stärker verbunden, die Übergänge fließend gestaltet werden. So als wenn man wie selbstverständlich von einem Zimmer zum anderen geht (zur Gestaltung der Terrasse komme ich im Absatz Juli 2018). Außerdem sollte die Anlage eine gewisse Großzügigkeit ausstrahlen. Die Treppe die an der Garagenwand in den künftigen Obst- und Kräutergarten führte, konnte man zudem getrost als „Hühnerleiter“ bezeichnen. Das konnte ebenfalls nicht so bleiben.

Auch hier hatte ich von Anfang an vor dem geistigen Auge, wie es einmal werden soll: Ein Treppenabgang über die gesamte Terrassenbreite von 5 Metern, welcher die gewünschte Großzügigkeit und Öffnung schaffen würde. Als Material habe ich hier als Kontrast zum Naturstein und den kommenden Rundungen sowie künftig dominierenden Pastellfarben, moderne anthrazitfarbene Betonstufen gewählt. Ebenso für den Treppenabgang an der Garagenwand. Hier wurde auf halber Strecke noch ein Podest aus anthrazitfarbenen Betonplatten geschaffen, um den Abgang mit dem steilen Gefälle zu strecken.

Zur Montage: Die Stufen wurden in Beton gesetzt. Die Durchführung hat eine Fachfirma übernommen. – Wir waren derweil mit dem Verputzen sämtlicher Innenwände beschäftigt. 🙂

Juli 2018: Die Terrasse

Die Terrasse ist das Garagendach und hat die Maße von rund 10×5 Metern. Durch die Hanglage ragt sie nach vorne zur Straßenseite heraus und mündet hinter dem Haus ebenerdig auf die Rasenfläche (zumindest wird sie das mal). Auf der Terrasse lagen krumm und schief alte Betonplatten, gerahmt von einem teils angemoderten Holzzaun und teilweise überdacht von einer Pergola. Auch hier bot sich das Problem der mangelnden Privatsphäre: Durch den Zaun konnten Fußgänger von der Straßenseite, vom Spazierweg am Waldrand sowie unsere direkten Nachbarn 1a hindurch auf unsere Terrasse schauen – durch die Steigung am Hang, teils sogar auf Augenhöhe. Das versprach nicht all zu viel Gemütlichkeit. Zudem fehlte mir auch hier die engere Verbindung von Haus und Garten, sowie eine gewisse Großzügigkeit. Die Pergola bot zwar Schutz vor Wind und Wetter, und war solide gebaut, jedoch beschnitt sie auch den größten Schatz: den wunderbaren Fernblick und das Gefühl von Luftigkeit. Sie verschattete das Wohn-/Esszimmer im Haus deutlich, vor allem im Winter, wie wir bei der Besichtigung im Februar sogleich sehen konnten. Zugang zur Terrasse aus dem Haus, bot nur eine einfache Tür.

Geländer und Pergola wurden abgerissen und durch eine gemauerte Brüstung ersetzt. Dies schafft eine optische Einheit mit dem Haus (dieser Effekt wird richtig deutlich, wenn Fassade und Brüstung einheitlich frisch gestrichen werden), macht die Terrasse blickdicht und geschützt, ohne sich verbarrikadiert zu fühlen. Eben wie ein eigenes gemütliches Gartenzimmer. Als Abschlussstein der Brüstung, wurde auch hier der anthrazitfarbene Beton gewählt, wie schon für die Treppenstufen.

In der Außenwand wurden aus einem Fenster und einer Tür, zwei doppelflügelige Türen. Im Haus wurden aus zwei Zimmern, ein großer Raum, der nun als Esszimmer parallel zur Terrasse liegt. Durch die großen Doppeltüren, haben wir die gewünschte Verbindung zwischen innen und außen (Haus und Garten) geschaffen, zudem die zuvor fehlende Großzügigkeit.

Beim Belag der Terrasse hatte ich mich zunächst auf Holzdielen aus Lärche eingeschossen, welche wie schon der Staketen-Zaun mit der Zeit natürlich vergrauen sollten. Bis ich in einem Architekturmagazin aufbereitete und neu verlegte Betonplatten sah. Das sah großartig und ganz modern aus! Bei genauerer Betrachtung des Materials, fiel uns auf, dass wir zwei unterschiedlich gemusterte Sorten an Platten hatten. So entstand schnell die Idee, die Platten in einem Schachbrettmuster neu zu verlegen. Rundherum sollte ein dekorativer Rand aus Kiesel entstehen, um die große Fläche aufzulockern und interessanter zu machen.

Zur Montage: Als erstes haben wir die Zahl der jeweiligen Platten durchgezählt um zu prüfen, ob unser Schachbrettplan auch aufgehen würde. Auf einem Plan wurden die Maße festgehalten, um den umlaufenden Kieselrand möglichst gleichmäßig anzulegen und an der vorderen Kante, bündig an den Treppenabgang anzuschließen (beim Neuverlegen wurde entsprechend eine Maurerschnur gespannt). Dann ging es los: Die alten Betonplatten wurden zunächst einmal abgeräumt, um den darunter liegenden Belag aus Teerbahnen reinigen und prüfen zu können. Die neue Brüstung wurde in zwei Etappen mit Dichtanstrich gestrichen. Da die Abstandsringe im Laufe der Jahrzente durch das Gewicht der Platten in die Teerbahnen eingedrückt worden waren, mussten die Ringe beim Neuverlegen mit zurecht geschnittenen Stücken aus einer Bautenschutzmatte unterfüttert werden. So konnte eine neue gerade Fläche geschaffen werden. Für den Rand haben wir einen anthrazitfarbenen Marmorkiesel gewählt. Als Treppenstufen zu den Terrassentüren haben wir Stufen aus Estrich-Beton selbst gegossen (Wichtig: Die Schalung muss dicht sein!).  Cooler Grillkamin aus grauem und anthrazitfarbenem Beton, passende Blumenkübel, fertig.

August 2018: Das Hoftor

Das Hoftor ist für mich das Eingangsportal zum romantischen Garten. Ein erster Willkommensgruß. Einladend und vielleicht schon eine Spur verheißungsvoll, sollte es sein. Status quo bei Hauskauf, war ein niedriges Metalltor, das gleichermaßen als Tor und Türchen fungierte. Rechts schloss die Hainbuchenhecke an, links die freistehende Mülltonne, sowie zwei einfache Holzbretter. Hier mangelte es für mich zum einen völlig an Attraktivität und wieder mal an Privatsphäre, zum anderen hatten wir ja noch das Hunde-Thema, wie schon beim Staketenzaun (siehe Mai 2018).

Durch die Hanglage des Grundstücks, ragt das Kellergeschoss an der Straßenseite heraus (Süden), womit eine etwa 11 Meter hohe Giebelwand sichtbar ist. Das Haus ist zudem ein gutes Stück nach hinten versetzt, wodurch es quasi nochmal erhöht, recht imposant wirkt. Daher sollte das neue Hoftor ebenfalls deutlich größer werden, da es die Vorderseite durchaus vertragen kann und das Gesamtbild stimmiger werden sollte.

Bei Planung und Auswahl bin ich einfach dem Bild in meiner Vorstellung gefolgt, das mich schon immer in romantischen Fantasien hat schwelgen lassen: Ein doppelflügeliges Metalltor, ein separates Gartentürchen, gesäumt von Säulen mit aufgesetzten Steinkugeln. Traumhaft! So etwas hatte ich mir schon immer gewünscht.

Die steile Steigung unserer Einfahrt, machte die Montage etwas schwierig: Die Flügel mussten vorne an den Säulen mit einigem Abstand zum Boden montiert werden, damit im Schwenkbereich nicht all zu viel Erdreich abgetragen werden musste (die Mission ist noch nicht vollendet, da der Belag noch fehlt und hierfür insgesamt noch einiges an Erde bewegt werden muss – dazu kommen wir in 2019). Ein Rolltor, das seitlich hinter der Hainbuchenhecke verschwindet, wäre wegen der Steigung sicherlich einfacher gewesen. Aber einfacher ist nicht immer schöner und hier sollte ein Traum verwirklicht werden. 😉

Derzeit wirkt es noch recht mächtig und nackig – ich hätte es gerne etwas verheißungsvoller und eben romantischer. Aber das wird sich geben, wenn erst Rosen und Clematis am Zaun ranken und der vordere Garten in seinen Gartenzimmern gestaltet ist, die auch ein wenig mehr Sichtschutz bieten sollen. Darum geht es ja schließlich in diesem Blog.

Zur Montage: Es wurden Fundamente für die Säulen sowie die Mülltonnenbox aus Beton gegossen. Die Säulen wurden aus Formsteinen für Schornsteine gemauert. Nach der Elektrifizierung für Hoftor, Türchen, Leuchten und Briefkasten-/Klingelanlage, wurden diese mit Beton verfüllt. Die Oberkanten und Schlussplatten mussten sehr glatt verputzt werden, da die Bodenplatten der Sandsteinkugeln natürlich waage aufgesetzt und verklebt werden mussten. Mauerarbeiten und Elektrifizierung haben Fachfirmen übernommen. Die Montage der 100-Kilo-Kugeln bescherte uns eine schöne Anekdote im Freundeskreis. 😉

September 2018: Der Obstgarten

Ein Obst- und Kräutergarten darf für mich in keinem romantischen Garten fehlen! Zumal ich das Verarbeiten der herangezogenen Früchte auch als besondere Freude beim Gärtnern empfinde.

Im Garten waren bereits ein gut tragender Pfirsichbaum (mmmmmhhh!!), Apfel-, Zwetschgen- und Kirschbaum, sowie ein recht ordentlicher Johannisbeerstrauch vorhanden. Eine riesige ausgeartete weiße Kirsche hatten wir im hinteren Garten (siehe Pavillon) fällen lassen – sie hat zu sehr verschattet und war zudem so riesig, dass man die Früchte ohnehin nicht mehr hätte ernten können. Aus dem alten Garten ist als einzige Pflanze eine Reneklode (gelbe Pflaume) umgezogen – weil sie ein Hochzeitsgeschenk war – und hat sogleich ihren Platz im neuen Obstgarten gefunden.

Als Standort für den Obstgarten als eigenes Gartenzimmer, habe ich den Streifen zwischen Garage und Grundstücksgrenze gewählt. Hier herrscht die pralle Sonne, sodass das Obst sehr gut reifen sollte. An der Garagenwand wird der Kräutergarten entstehen. Über die neue Treppe, ist man ganz fix an den frischen Kräutern und damit zurück am Grillkamin oder in der Küche! 🙂

Da wir das alte Pflaster vom Hof entfernen mussten (Schwenkbereich Tor und generelle Neugestaltung zum romantischen Garten) und ich das Recyclen von alten Materialen mag (Betonplatten Terrasse), hatte ich die Idee, die alten Pflastersteine für die Beeteinfassung zu verwenden. Sie sind so gesetzt, dass gleichzeitig eine praktische Rasenmäherkante entstanden ist.

Als Obstsorten habe ich jene gewählt, die ich auch wirklich mag und später verzehren werde: Heidelbeere, stachellose Himbeere (großartige Erfindung für ganz kleine Nachwuchsgärtner!), Strauch-Brombeere (die wird nicht so ausufern wie man es sonst von ihr kennt), Rhababer, Erdbeeren und der bereits vorhandene rote Johannisbeerstrauch. Die Himbeere wird den Holzzaun wunderschön beranken.

Winter 2018: Familie

Tja, im Winter 2018 ist außen nicht viel passiert. Denn im Oktober ist erst einmal unser kleiner Gartenzwerg bei uns eingezogen. 🙂 Seitdem ticken die Uhren ohnehin ganz anders. Nichtsdestotrotz waren wir fleißig und haben weiter am Innenausbau gearbeitet – trotz straff durchgezogener Kernsanierung, sind natürlich noch etwa 1 Million Restarbeiten (Stichwort Fußleisten, Lampen…) übrig geblieben. Wir arbeiten uns von oben nach unten durch! 🙂