Die Kugelleuchte mit der verlängerten Halterung ragt nun über den Rahmen der sanierten Haustür aus massiver Eiche.

Die alte Haustür sanieren

Die alte Haustür sanieren, war ein Projekt für sich. Sie war sehr stark verwittert, vergraut, verzogen und nicht mehr ganz dicht. Außerdem war offenbar über die Jahrzehnte durch das regelmäßige Entlangstreifen nach und nach Holz abgeschabt worden. Anders können wir uns den beachtlichen Schlitz zwischen Tür und Rahmen im unteren Bereich der Tür jedenfalls nicht erklären. Es war aber nicht nur wegen des recht großen Schlitzes kalt und zugig. Es war eine Einfachverglasung aus gelblich geriffeltem Glas in die Tür eingesetzt, die quasi keinerlei Dämmung bot. Allerdings ist die alte Haustür aus massiver Eiche, was ein erstklassiges Grundmaterial ist.

Wie im restlichen Haus auch, brauchte man ein wenig Fantasie um ihre wahre Schönheit zu erkennen.

Das Hauptproblem war die starke Verwitterung. Es gab schon richtig tiefe Risse im spröden Holz. Nur ganz oben am Rahmen konnte man den schönen warmen Ton der Eiche noch erahnen. Trotz des traurigen Anblicks stand für uns aber sofort fest, dass wir die alte Haustür sanieren werden. Nur würden wir dieses Spezial-Projekt hinten anstellen müssen. Denn dies erforderte einige Überlegungen und Planung, die man in Ruhe anstellen musste.

So haben wir im Herbst 2018 erst einmal schnell ein Vordach montiert um die alte Tür vor weiterer Verwitterung zu schützen. Und um selbst zumindest schon einmal etwas vor Regen geschützt, die Tür aufschließen zu können. Außerdem hat es der sehr großen flächigen Fassade ein wenig mehr Struktur gegeben.

Im Frühjahr 2019 wurde die Fassade saniert, womit auch der durchaus hübsche und interessante Betonrahmen der Haustür einen neuen Anstrich bekam. (In der Farbe in der ich auch die roten Klinker gestrichen habe, einer Mischung aus Taupe und Stein.) Danach hat das Gesamtbild schon mal etwas besser ausgesehen. Die Tür bot allerdings immer noch einen erbärmlichen Anblick.

Die Kernsanierung des übrigen Hauses schritt gut voran, die alte Haustür sanieren rückte auf der to do Liste nach oben, sodass wir im Winter 2019 in die Planung der neuen alten Haustür eingestiegen sind.

Die alte Haustür sanieren – erstmal einen Glaser finden

Es gab optisch zwei Wünsche und klare Vorstellungen die ich verfolgt habe:

  • den wunderschönen warmen Honigton der Eiche wieder heraus zu arbeiten sowie
  • die Glasscheiben durch Klarglas mit elegantem Facetteschliff zu ersetzen

Die alte Haustür sanieren hieß aber auch, sich im Rahmen des Möglichen um eine energetische Optimierung Gedanken zu machen. Dabei machten es uns der besagte Spalt und die Einfachverglasung etwas Kniffeliger.

Dass aber gerade die Klarglasscheiben mit Facetteschliff ein so spezieller Wunsch waren, hätte ich nicht erwartet! Ich hatte regional ein paar Glasereien angeschrieben um Vergleichsangebote einzuholen (wie man das kaufmännisch halt so macht). Einige haben sich gar nicht zurück gemeldet, andere haben eine Absage erteilt, weil der Facetteschliff bei der schmalen Größe der Scheiben technisch nicht machbar war. Oha! Dinge die man als Laie eben nicht weiß.

Exakt EINE Glaserei konnte uns die Scheiben liefern und das auch nur nach Rücksprache mit einem anderen Lieferanten. Wären die Scheiben nur ein wenig schmaler gewesen, hätte es auch dort nicht geklappt! Puh! Wir haben uns auch zum Thema Doppelverglasung beraten lassen und entsprechend abgestimmt. Es war grundsätzlich möglich (und auch sinnvoll), allerdings reichte der innenliegende Rahmen der alten Einfach-Scheiben hierfür nicht aus, da zur Materialstärke der beiden neuen Scheiben noch der nötige Zwischenraum zu einem deutlich tieferen Aufbau führte. Wir mussten die Tür also aufdoppeln um mehr Tiefe für eine Zweifachverglasung herstellen zu können (siehe unten).

Das Aufmaß und die Beratung hat der Fachmann vor Ort gemacht. Das würde ich bei der Investition auch ohnehin auf jeden Fall empfehlen! Maßfehler wären hier fatal gewesen.

Die alte Haustür sanieren – So sind wir vorgegangen

  • Bauzeit in den Sommer/Spätsommer legen, da die Arbeit in Eigenleistung einige Zeit in Anspruch nehmen würde und die Scheiben für einige Zeit fehlen würden.
  • Glasscheiben bestellen, da sie einige Wochen Lieferzeit hatten. 😉
  • In sehr vielen Schleifgängen mit immer feiner werdendem Schleifpapier wurde die Tür innen wie außen geschliffen.
  • Die alten Scheiben wurden ausgebaut, der alte Fensterkitt herausgebrochen (ganz üble Arbeit!) und jeder einzelne Rahmen, jede einzelne Leiste ganz ordentlich geschliffen.

Nach den Schleifarbeiten ist der beste Ehemann von allen mit seinen Heimwerker-Schreiner-Fähigkeiten über sich hinaus gewachsen! Die alte Haustür sanieren zu wollen, weckte den Ehrgeiz und wurde sein Meisterstück. 🙂

Eine 2cm starke massive Eichenplatte (durchgängiges Holz, keine verleimten Stäbchen!) wurde in Leisten geschnitten, die exakt auf das vorhandene „Gitter“ zwischen und um die Scheiben aufgesetzt wurde. Dies wurde verleimt und während des Trocknens mit Schraubzwingen fixiert. Die Leisten mussten nach dem Zuschnitt zügig verarbeitet werden, da sie sich schnell verzogen haben.

Während der Bauzeit an der Tür wurden über Nacht (über mehrere Wochen) immer wieder Kunststoffplatten eingesetzt. Damit zumindest keine größeren Tiere reinkommen konnten. 😀

Und dann kam der große Tag! Die besonderen Glasscheiben wurden eingesetzt!

Es war wirklich witzig, dass mir die beiden Monteure erzählten, dass unsere Glasscheiben in der Firma bereits für Gesprächsstoff gesorgt hätten. Klarglasscheiben in einer Haustür? Und dann auch noch so viele Schmale? Und als Krönchen auch noch Facetteschliff? Wer macht denn (heute) so was?!

Schon als ich die Bestellung auslöste wurde ich mehrfach drauf hingewiesen (und sogar noch einmal angerufen), dass ich nun Klarglas bestellen würde. Komplett durchsichtig, ob mir das bewusst wäre.

Ein toller Service, den Kunden vor einem möglichen Fehler zu bewahren, keine Frage! Aber ich war regelrecht verwirrt und habe die Aufregung um unsere Glasscheiben gar nicht verstanden. Vor meinem geistigen Auge war das Bild so klar wie die Scheiben: Es konnte gar nichts Anderes sein als Klarglasscheiben mit Facetteschliff! Nichts hätte die 50er Jahre Eleganz so toll unterstrichen. Und dies war ja für die gesamte Sanierung unser roter Faden. Aber es hatte eben niemand außer mir das Gesamtkunstwerk vor Augen. 😀

Die alte Haustür sanieren lohnte sich allemal – das konnte man schon beim Zwischenergebnis klar sehen:

Nach der Montage sind die beiden Monteure mehrfach bewundernd um die Tür gekreist und meinten schließlich: „Jetzt ergibt das absolut Sinn!“ 🙂

Ich hatte irgendwie gedacht, dass solche Scheiben für eine Glaserei absolut nichts Besonderes sind. Es wurde aber mit einem deutlichen Kopfschütteln betont, dass dies sehr wohl etwas Außergewöhnliches ist. Auch für die Fachleute.

  • Als Abschluss der Montage der Glasscheiben, wurden auch die alten Leisten die zuvor die Scheiben von innen abdeckten, wieder montiert. Sie schließen nun mit den neuen aufgedoppelten Leisten bündig ab.
  • Um den Spalt der Haustür zu überdecken, wurde auch der außenliegende Rahmen mit einer entsprechenden Eichenleiste aufgedoppelt.
  • Zum Schluss wurde alles geölt. Mit hochwertigem (farblosen!) Öl von OSMO das wir im gesamten Haus, auch für die alten Parkettböden und die Treppe, verwendet haben. Für die Haustür natürlich die Variante für den Außenbereich. 😉 Nach zwei Mal ölen kam der fantastische natürliche Farbton der Eiche wieder richtig gut zur Geltung!
  • Den Rahmen haben wir innen noch mit einem schlanken Dichtband, das eigentlich für Fenster gedacht ist, versehen. Ein dickeres hätte nicht gepasst.
  • Unten an der Tür wurde innen noch ein „Türbesen“ montiert.

Durch das Schließen aller Ritzen sowie die neue Doppelverglasung ist der Effekt beachtlich! Natürlich ist es energetisch nicht high-end, dennoch ist im Haus eine deutlich Verbesserung spürbar. Und optisch erst!

Die alte Haustür sanieren – das Ergebnis kann sich sehen lassen

Die alte Haustür sanieren. Ein Spezial-Projekt in einer Spezial-Sanierung, bei der das Herausarbeiten des alten Charmes stets unser Leitfaden war. Die massive Holztür gehörte seit jeher zum Haus und dort sollte sie auch bleiben. Das Alte erhalte – und wir wurden dafür mit einem wunderschönen Ergebnis belohnt.

Die Kugelleuchte mit der verlängerten Halterung ragt nun über den Rahmen der sanierten Haustür aus massiver Eiche.
Die alte Haustür sanieren – ein spezielles Projekt mit sehr viel Detailarbeit aber es hat sich unbedingt gelohnt.

Auch zu den Kosten möchte ich kurz etwas schreiben: Auch wenn im Prinzip gleich feststand, dass wir die Tür behalten und sanieren möchten, waren wir zu Beginn der Planung und Überlegungen, durchaus einmal im Fachhandel und haben uns Haustüren angesehen (die energetischen Aspekte waren hier unsere Antreiber). Das Ergebnis stand aber sehr schnell fest: Nein. Einfach nur Nein.

Nicht nur aus optischen Gründen, denn die Holztüren die es von der Stange gab, haben einfach nur furchtbar altbacken ausgesehen, nix mit eleganter Note. Und jedes andere Material hätte überhaupt nicht zum Haus gepasst. Zudem lag der Einstiegspreis für ein Standardmodell bei rund 9.000 € – und das hätte wegen des schönen Bogens in unserer Tür ja nicht einmal gepasst. Die Kosten für eine Maßanfertigung konnten wir da gedanklich gut überschlagen.

Also zurück zum ursprünglichen Plan und die Sanierung wie oben beschrieben angehen.

Die alte Haustür sanieren – das Baumaterial & die Kosten

  • jede Menge Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
  • die Glasscheiben mit Montage (und vorherigem Aufmaß) durch Fachleute
  • OSMO-Öl für den Außenbereich und ein guter Pinsel
  • Dichtband (aus dem Fachhandel)
  • Türbesen
  • Außerdem haben wir noch eine Gardinenstange für Verdunkelungsvorhänge* sowie einen entsprechenden schweren Vorhang montiert, den wir bei besonderer Kälte oder Hitze zusätzlich zuziehen können.
  • Jede Menge Zeit und Geduld! Bis auf das Einsetzen der Glasscheiben haben wir alles in Eigenleistung erbracht.
  • Lediglich einen passenden Türbeschlag konnte ich bislang nicht finden.
  • Summe: Etwa 2.700 €

Die alte Haustür sanieren hat sich also doppelt gelohnt: optisch aber auch im Hinblick aufs Baubudget.

Ich freue mich, wenn ich Euch hiermit inspirieren und motivieren kann. Wie ich es schon bei der Sanierung des Hauses geschrieben habe: Es ist an so vielen Stellen eine Schande, dass alte Häuser abgerissen oder auch nur hübsche alte Details durch Neues ersetzt werden. Dabei sind es diese Details die es zu einem individuellen und besonderen Ergebnis machen…

Alles Liebe und allzeit einen grünen Daumen,
Eure Svea

Die alte Haustür sanieren mit Doppelverglasung sowie einem schweren Vorhang.
Die alte Haustür sanieren: Innenseite der Haustür mit aufgedoppelten Leisten, Doppelverglasung und schwerem Vorhang.

*Affiliate Marketing – wenn Ihr meiner Empfehlung folgt, bekomme ich bei Kauf eine (winzige) Provision.

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