Gartenplanung

Oder: Spaß mit Buntstiften

Ich muss gestehen, als sich im Jahr 2018 im Rahmen der Kernsanierung des Hauses (und gleichzeitiger Schwangerschaft) abzeichnete, dass der Garten in jenem Jahr wohl nicht mehr angelegt werden kann, wurde ich kurz vom Wahnsinn gestreift. Da es mir so unendlich schwer gefallen war, mich von meinem geliebten Pachtgarten zu trennen, fieberte ich für meinen Seelenfrieden nach Ersatz. Und zwar sofort! Sonst RASTE ICH AUS, Freunde! Doch das Gejammer und Gezeter nutzte nichts, es war nichts zu machen. Es war einfach eine Baustelle zu viel, im wahrsten Wortsinn. So tigerte ich monatelang mit mürrischer Miene durch das, was einmal ein Traumgarten werden sollte und musste mir das Blütenmeer imaginieren ohne etwas tun zu können. In einem Wort: Folterbank. Aber es machte mir auch noch einmal deutlich, wie viel mir das Gärtnern bedeutet und dass das ganze Buddeln und Schnippeln mein wichtigster Ausgleich ist.

Rückblickend bin ich über diese erzwungene Wartezeit heilfroh und zutiefst dankbar! Und das ist auch ein wichtiger Tipp, wenn nicht sogar DER Tipp schlechthin: Reifen lassen. Immer wieder beiseite legen und reifen lassen. Aber bevor ich dazu kommen konnte, erst einmal generell zur Gartenplanung und dazu, wie ich als ambitionierte Laien-Gärtnerin vorgegangen bin:

Was für ein Garten soll es denn werden? Das ist die Grundsatzfrage die vor der ersten Skizze steht. In meinem ersten Garten (den ich inzwischen als Testlabor betrachte) hatte ich zwar auch von Anfang an eine Idee vor Augen, aber in den Details habe ich ehrlich gesagt einfach drauf los gegärtnert. Blumenschnäppchen? Einfach mal mitnehmen. Oh, die sieht aber schön aus! Mitnehmen. Über Standorte und Bodenbeschaffenheit habe ich mir zumindest ganz am Anfang eigentlich keine großen Gedanken gemacht. Einfach da hin gesetzt, wo ich es schön fand und erstaunlicherweise ist alles prächtig gediehen. Anfängerglück, vermute ich. Die Dinge haben zwar unterm Strich gut zusammen gepasst, aber die Blümlein mussten bei mir häufiger mal umziehen, weil ich später eine Idee zur Um-/Gestaltung hatte. Suboptimal für die Blümchenzufriedenheit. Zudem habe ich mich manchmal fast ein bisschen geärgert, wenn ich irgendwo toll angelegte Beete und Pflanzenarrangements gesehen habe und dachte „Na, das hätte ich mir ja auch mal vorher überlegen können…“ Zum Beispiel finde ich Beete mit Monokulturen oder in nur einer Farbe als Gestaltungselement traumhaft schön. In meinen Beeten gab es hingegen zumeist alles: Zwiebeln, Stauden, Sträucher, Einjährige. In allen Farben. 😀 Hätte ich nicht die oben genannte erzwungene Gartenpause gehabt, hätte es wohl eine realistische Gefahr gegeben, dass dies in einem manischen Anfall von Gärtnerwut, wieder passiert… Zumindest in einigen Teilen des Gartens, was sich im Bereich des Rosenpavillons etwas zeigt…. 😉 Doch für meinen „richtigen“ Garten habe ich mir einen roten Faden gewünscht. Ein echtes Gartenkonzept. So habe ich mich ab November 2018 ganz in Ruhe aber kontinuierlich an die Gartenplanung gesetzt – immer so, wie es der Gartenzwerg zugelassen hat. 😉 Der Winter eignet sich am besten für die Planung, da man draußen noch nicht viel tun kann. Außerdem ist es sehr gemütlich:


1. Fotos anschauen, Inspirationen sammeln.
Da ich schon seit vielen Jahren regelmäßig Gartenfeste besuche, habe ich erst einmal meine Festplatte nach Fotos durchsucht. Was habe ich immer so fotografiert, was spricht mich an. Auch Fotos meines ersten Gartens habe ich noch einmal kritisch durchgesehen: Was gefällt mir nach wie vor, was würde ich nun anders machen? Zudem habe ich ganz einfach bei der Google Bildersuche „Garten“, „Gartenideen“ und „Gartengestaltung“ eingegeben. Das bringt zwar ein wildes Durcheinander an Stilrichtungen und Möglichkeiten, verschafft aber auch einen ersten Überblick. Es geht erst einmal um das Sammeln von Stimmungen (was man auch in einem Moodboard festhalten kann, wenn man möchte). Wer dann vielleicht denkt: „Hilfe, das gefällt mir ja alles!“ sollte am besten sacken lassen und später prüfen, was das Herz wirklich höher schlagen lässt. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Schritt:

2. Erste Entscheidungen treffen, aussortieren.
Auf was habe ich richtig Lust? Bei welchem Anblick könnte ich durchdrehen vor Begeisterung? Was erfreut mich auch noch in Jahren wenn ich morgens aus dem Fenster schaue? Was betrachte ich vielleicht lieber mal auswärts? Bei manchen Dingen ist es nämlich eher wie mit einem Souvenir aus dem Urlaub: vor Ort passt es einfach zum Ambiente und man ist begeistert – zu Hause findet sich dann kein passender Platz oder es passt nicht zum Rest. Freunden ging es mal so mit einer großen bemalten Deckelvase, die zu Hause original wie eine Urne aussah. 😀
Einen streng formalen Garten schaue ich mir zum Beispiel gerne fasziniert an, fände ihn aber für jeden Tag zu ungemütlich – und zu arbeitsintensiv! Denn der muss tiptop gepflegt sein, sonst geht dieses Konzept nicht auf. Stichwort Nagelschere. Oder ein mediterraner Garten mit vielen Terracotta-Töpfen sieht traumhaft aus, wäre mir aber zu viel Aufwand beim Gießen und ich hätte nicht genügend Platz um die Pflanzen in den Kübeln geschützt zu überwintern. Bunte und natürliche Bauerngärten liebe ich sehr, mir fehlt hier aber die elegante Note. Und so weiter. So bin ich quasi per Ausschlussverfahren vorgegangen. Dabei sollte man sich Zeit lassen! Keine Schnellschüsse! Das ist immerhin die Grundsatzentscheidung.
Für mich ist neben der Frage des Herzens noch eine wichtige Gegenprobe: „Passt es zum Haus und Gesamteindruck?“ Ein supermodernes Haus à la Bauhaus und ein verspielter Romantikgarten (oder anders herum) sind für meinen Geschmack vielleicht ein weniger gelungener Kontrast (man belehre mich gerne eines Besseren).

Am Ende stand für mich jedenfalls fest: Ein romantischer Garten soll es werden. Weil er für mich alles erfüllt, was ich mir wünsche: idyllisch, verträumt, üppig beblümt, gemütliche Sitzecken und eine gewisse elegante Note, auch durch Kunst und Skulpturen.

Romantikgarten: Verheißungsvoll und spannend

3. Videos anschauen, stöbern, konkrete Ideen sammeln.
Ich habe wirklich eine Ewigkeit damit verbracht über YouTube Gartensendungen (z. B. „Hessens schönste Gärten“) zu schauen. Dies aber zumeist schon gezielt nach meiner gewünschten Stilrichtung Romantik-Garten – sonst findet man ja gar kein Ende. Aber auch Dinge, die mich in der Videovorschau „über den Tellerrand“ angesprochen haben. Neben den vielen Anregungen hat dies übrigens einen weiteren positiven Nebeneffekt: In der winterlichen Planungszeit, kann man sich so herrlich in die grünen Oasen träumen und die eigene Mondlandschaft vor der Tür ein wenig vergessen… 🙂

Dazu sollte man Zettel und Stift parat haben um schöne Besonderheiten zu notieren, wie beispielsweise Pflanzen oder Ideen zur Gartengestaltung. Sonst ist die Gefahr zu groß, dass das in der Masse an Informationen untergeht.

4. Den eigenen Garten beobachten.
Wie eingangs schon erwähnt, bin ich dankbar für die geschenkte Planungszeit. Dadurch war es mir auch möglich, meinen neuen Garten erst einmal kennen zu lernen – ein Aspekt dem ich für das Gesamtkonzept sonst ehrlich gesagt nicht so große Bedeutung beigemessen hätte, den ich nun aber als einen der Wichtigsten erachte. Wann steht wo die Sonne? Wie wandert sie? Wo gibt es Schatten oder Besonderheiten? Ist Sichtschutz nötig? Wo spielt sich das Familienleben schwerpunktmäßig ab? – und dann bei der Gartenplanung berücksichtigen. Bei der Beschreibung der einzelnen Gartenzimmer gehe ich darauf noch einmal ein.

Ich hatte beispielsweise von einem Meer aus Hortensien geträumt, musste aber feststellen, dass wir nur sehr kleine Bereiche mit Halbschatten auf dem Grundstück haben. Stattdessen sehr viel pralle Sonne. Das ist für die Gestaltung und Pflanzenwahl natürlich entscheidend.

5. Planungswerkzeug aussuchen.
Ich habe lange nach Planungs-Software gesucht – kostenlos und auch kostenpflichtig. Hier ein kleiner Auszug meiner Erfahrungen in der Kurzform: Der OBI-Gartenplaner bietet nur die Möglichkeit, einzelne Teile zu planen, jedoch keinen ganzen Garten, daher war er für mich gleich raus. Der Online-Gartenplaner von Gardena war für meine Zwecke zu „quadratisch, praktisch, gut“ – man kann keine organischen oder freihändigen Formen anlegen (was für einen Romantik-Garten unerlässlich ist). Die Auswahl der Pflanzen beschränkt sich auf eine Handvoll, reicht aber im Zweifel für eine erste farbliche Andeutung (keinesfalls für einen Pflanzplan). Einige englische Planungstools werden zwar noch in Blogbeiträgen empfohlen, werden aber nicht mehr angeboten oder die Links führen sonstwohin. Erschwingliche Planungssoftware war teilweise ebenso nicht mehr erhältlich oder man kam schnell in den Profibereich, was dann doch etwas zu viel des Guten gewesen wäre. Und so verging viel Zeit am Rechner unproduktiv… Bis ich dachte: „Jetzt gehe ich in den Keller und hole meine Buntstifte!“ Retro, aber die beste Entscheidung. Mein Planungswerkzeug war also festgelegt.
Ja, natürlich muss man radieren und frühere Entwürfe sind im Falle übermalt und nochmal übermalt. Aber dafür ist es ein Arbeitspapier. Und mir hat es große Freude gemacht, meine Skizze so „echt“ vor mir zu haben, statt virtuell auf dem Monitor. Dieses A3-Blatt ist hier wochenlang mit durchs Haus gewandert (tut es noch) und jedes Mal im Vorbeigehen kritisch beäugt worden. Ganz einfach und pragmatisch. Ist ja keine Raketenwissenschaft oder internationaler Designpreis, sondern ein ganz privater Garten.

Ich bin später übrigens auf die perfekten Halbbögen und Schwünge angesprochen worden. Dazu ein echter Buntstift-Gartenplaner-Profitipp: Schnapsgläser! 😀

Bögen und Schwünge einfach mithilfe von Gläsern zeichnen.

6. Einen ersten Entwurf starten.
Nimmt man die Liegenschaftskarte als Grundlage für eine Skizze (oder eine vergrößerte Kopie), stimmen auch die Abstände und Proportionen von Haus und Grundstück. Das sollte man berücksichtigen, sonst geht der Plan am Ende schlimmstenfalls nicht auf oder es wird unrealistisch (Stichwort spätere Kalkulation von Aufwand, Material und Kosten). Und dann einfach auf dem weißen Blatt Papier rund ums Häuschen freihand loslegen.
Nun fließen die Dinge aus den Recherechen zusammen und die sogenannten Gartenzimmer entstehen quasi automatisch: Wo steht morgens die Sonne, bietet sich das für eine Sitzecke an? Was ist für mich ein absolutes Must-have im Garten und welchen Stellenwert hat es oder wie viel Raum soll es einnehmen? Gibt es besondere Objekte, Bäume oder Pflanzen auf der Wunschliste, für die ein spezieller oder großer Platz berücksichtigt werden muss? Möchte ich Bereiche in nur einer Farbe oder Pflanzensorte bepflanzen? Wie viel freie Fläche brauche ich wirklich? – Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass eine riesige Rasenfläche großzügiger wirkt. Das ist vielleicht mit einem Zimmer zu vergleichen, das leer und unmöbliert immer deutlich kleiner wirkt und man sich nicht vorstellen kann, dass da wirklich Sofa und Schrank reinpassen sollen. Beete dürfen ruhig üppig geplant werden – auch in kleinen Gärten.
Dazu kann man sich die zuvor gemachten Notizen daneben legen oder auch weiterhin Gartenvideos laufen lassen. Getränk nicht zu vergessen!
Ich werde die konkreten Überlegungen und wie alles an seinen Platz kam, bei der Vorstellung meiner einzelnen Gartenzimmer ausführlicher vorstellen – es sind insgesamt 15 geworden.

Tipp: Nur die wirklich feststehenden Elemente wie Haus, Garage, etc. berücksichtigen. Bei einer Neugestaltung die früheren Anlagen wie Beete oder Wege erst einmal ignorieren, das schränkt die Ideen zu stark ein und der Garten sieht am Ende aus wie vorher. Und wie gesagt keine Angst vor Großzügigkeit. 😉

7. Pflanzen und Material aussuchen.
Durch die Entscheidung zum Romantikgarten war die Materialauswahl vergleichsweise leicht: Naturstein. Und durch den sofortigen Spatenstich für das erste Gartenzimmer, unmittelbar nach Hausübernahme, waren auch schon die Sorten festgelegt: Sandstein und Basalt, ganz klassisch. Das ging schnell. Stattdessen hat die Recherche nach geeigneten Pflanzen eine enorme Zeit verschlungen. Mein Wunsch ist es, dass in jedem Monat des Jahres etwas blüht. Nicht jedes Beet zu jeder Jahreszeit, aber es soll immer einen besonderen Blickfang geben. Den Pflanzenfinder von Mein schöner Garten kann ich wirklich empfehlen. Man kann nach Kategorien, Farbe, Blütezeit, Wuchsform, Zierwert, Blattfarbe und Verwendung selektieren. Nur der Standort hat mir gefehlt. Die Pflanzenbeschreibungen sind meist recht umfangreich, sodass man einen guten Eindruck bekommt, ob die Pflanze geeignet ist. Hier vergeht die Zeit beim Stöbern wie im Flug!
Tja, und dann hat es was von Komponieren: Wer hat wann seinen Auftritt und wird von wem begleitet oder untermalt. 🙂

Ich habe auch hier die Namen der interessanten Pflanzen (manchmal auch die konkrete Sorte) sowie die Blühzeit notiert. Auf meinem Plan in etwa da, wo ich sie hinsetzen möchte. Hier hatte ich natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Endgültigkeit! Spontane Verliebtheitsanfälle auf Gartenfesten, im Gartencenter oder der Baumschule möchte ich mir ermöglichen. 🙂 Es ging erst einmal um einen Anfang und Grundstock.

Apropos Gartencenter: Ich kaufe meine Pflanzen ausschließlich im inhabergeführten Einzelhandel. Die Mitarbeiter sind kompetent und schauen übrigens sehr gerne auf so einen Gartenentwurf! Teurer ist es auch nicht, manchmal sogar im Gegenteil. Das nur am Rande.

Notizen zu passenden Pflanzen auf einer Kopie der Entwurfsskizze.

8. Reifen und wachsen lassen.
So lange verwerfen und überarbeiten, bis man nach ein paar Tagen Abstand drauf schaut und denkt: „Jetzt möchte ich nichts mehr ändern.“ Ich habe mehrfach gedacht, dass ich „fertig“ sei, aber als ich das Blatt mit ein wenig Abstand wieder zur Hand genommen oder mir Feedback geholt habe, sind mir doch wieder Bereiche aufgefallen, die mir noch nicht richtig rund erschienen. Also Zeit lassen!
Wobei es natürlich wichtig ist, auch über den „Jetzt-bin-ich-fertig“-Punkt hinaus noch flexibel zu bleiben. Wenn der Fachmann drauf schaut, wird es nochmal wertvolle Anmerkungen geben und spätestens bei der Umsetzung können sich ungeahnte Unwegbarkeiten zeigen, sodass man vielleicht spontan umentscheiden muss, während schon der Bagger neben einem steht. So ist es mir ergangen. Mehr dazu bei der Beschreibung der Gartenzimmer und ihrer Realisierung. 🙂
Wer gärtnert weiß, dass ein Garten niemals fertig ist. Er entwickelt und verändert sich ständig. Schon jetzt sind Dinge von A nach B gewandert oder mit Beginn der Gartensaison neu dazu gekommen, wie beispielsweise „Die Blaue Lagune“. Aber darum geht es ja auch: Ein Garten ist lebendig und es gibt immer etwas zu tun.

Wenn die Sache „fertig“ gereift ist, kann man mit dem Zollstock losziehen, Maße aufnehmen und die nötigen Materialmengen berechnen sowie Kosten ermitteln – oder man überlässt dies dem Fachmann. Je nachdem.

Bis hierhin habe ich von November bis Februar an der Planung gesessen.

Die finale Gartenplanung vor Baubeginn mit 15 Gartenzimmern.

9. Loslegen oder Fachmann für die Umsetzung suchen.
Natürlich kann man die eigenen Pläne selbst umsetzen! Das macht sich vor allem bei der Budgetfrage bemerkbar. Aber auch beim Zeitaufwand und der Qualität der Ausführung. Da muss man seine Kompetenzen und Kapazitäten realistisch einschätzen. Für uns war schnell klar, dass wir weder Zeit noch Qualität aufbringen können. Schon allein das steile Gefälle der Hofeinfahrt anzupassen, den neuen Schotteruntergrund einzubringen und zu verdichten, die X Tonnen Erde hinter das Haus zu schaffen um die Senke aufzufüllen, hätten unsere Möglichkeiten weit überstiegen. Sowieso alles in Hanglage. Von dem Senkgarten ganz zu schweigen! Also sollte die Realisierung meiner Pläne vom Fachmann erfolgen, das Pflanzen und Arrangieren von Accessoires aber selbstverständlich eigenhändig.

Ich hatte sechs Gartenbaubetriebe vor Ort und der Letzte ist es geworden, als ich fast schon entschieden hatte, nun doch alles in Eigenregie zu machen, mit dem Risiko Murks zu bauen. Einer wollte mich „von diesem komischen Naturstein“ abbringen und lieber alles „schön gerade in Beton“ setzen. Vor allem die alten Betoneinfassungen ums Haus müsse man erneuern. Dass ich über die teilweise Schräglage der Platten und den Moosbesatz glücklich war, stieß auf völliges Unverständnis. Mir war klar: Wir verstehen uns einfach nicht, der ist Handwerker und kein Gärtner. Einer hörte sich alles geduldig an und wollte dann, dass ein Anderer ein Angebot abgibt und er mache es in jedem Fall billiger. Einer wollte, dass wir das Material auf unsere Rechnung bestellen und er nur die Leistung berechne wegen „Problem Finanzamt“. Das Restmaterial würde er dann aber mitnehmen. Ähm, nein. Nach zwei weiteren Kuriosiäten erkundigte ich mich über die Miete eines Minibaggers, die mir aber sagten, dass sie den Bagger nur noch mit Fahrer vermieten. Und DAS war dann die Empfehlung, die mir bis dahin gefehlt hatte! Das hat auf Anhieb gepasst, wir haben eine Sprache gesprochen, konstruktive Vorschläge, Verständnis für den Pflanzplan und das ganze Konzept. Genau das was ich gesucht habe!

Daher mein Tipp zur Auswahl: Die Chemie muss einfach stimmen, damit man sich auch verstanden fühlt. Die Größe eines Gartenbaubetriebs bei dem der Chef noch mitanpackt, finde ich inzwischen perfekt: Auf der Baustelle herrscht Ordnung und eine ganz andere Arbeitsgeschwindigkeit! Mit der anderen Variante haben wir nämlich leider auch unsere Erfahrungen gemacht… Allerdings kann es passieren, dass man mit dem Baubeginn etwas warten muss, da nicht so viele Bauprojekte parallel gestemmt werden können. Aber dafür wird es am Ende umso schöner. 🙂 Dazu würde ich nur noch nach „Meisterbetrieb“ gehen, weil der Unterschied in puncto Fachwissen und Erfahrung im Vergleich sehr deutlich war. Hierzu möchte ich vor allen Dingen empfehlen, nicht den Erstbesten oder Billigsten zu nehmen, sondern unbedingt zu vergleichen. Auch die Referenzen und Erfahrung sind einen Blick wert! Und wenn man sich dann noch auf einen fairen Fixpreis einigen kann, macht die Sache richtig Spaß! 🙂
Dies ist aber nur möglich, wenn vorher Klarheit darüber herrscht, was man haben will. Was, wohin, wie viel und mit was gebaut. Eine gut durchdachte Planung macht sich hintenraus also auch bei den Kosten bemerkbar und macht die Zusammenarbeit mit dem Fachbetrieb deutlich leichter. Es lohnt sich demnach doppelt.

Meine schnörkellose dringende Empfehlung für einen Gartenbaubetrieb:
Total sympathisch, eingespieltes Team, sehr erfahren und das Ergebnis ist MEGA!

Daniel Sander – Meisterbetrieb – aus Fuldabrück.

10. Blümchen & Deko shoppen!
Das Beste zum Schluss. 🙂 Auch hier: reifen lassen. So ein Garten wächst im doppelten Wortsinn. Erstmalig habe ich Pflanzengeschäfte ohne Einkauf verlassen, wenn mich nichts hundertprozentig überzeugt oder zu meinen Plänen gepasst hat. Denn ich möchte die Beete nicht noch einmal so überladen, wie beim ersten Mal. Auch bei Deko und Kunst gibt es einige Stellen, von denen ich genau weiß „Da muss ein Objekt hin“, aber ich ziehe nicht mehr spontan los und kaufe etwas was gerade zu haben ist. Im Zweifel dauert es etwas, aber eines Tages wird mir schon was Passendes vor die Füße fallen.

Mein Garten und ich dürfen zusammen wachsen und reifen. 🙂

Nun freue ich mich, wenn ich Euch ein paar Ideen zur Gartenplanung mitgeben konnte und Ihr spontan Lust habt, die Buntstifte auszupacken.

Alles Liebe und allzeit einen grünen Daumen,
Eure Svea