Blaue Lagune

Noch so eine wunderschöne kleine Ecke, die sich durch das Beobachten des Gartens ergeben hat. Wie ich es zum Thema Gartenplanung geschrieben habe, ist es wichtig den (neuen) Garten erst einmal kennen zu lernen: Wo gibt es vielleicht einen interessanten Altbestand an Pflanzen den man integrieren kann? Was lugt über den Gartenzaun? Wie wandert die Sonne über das Grundstück? So habe ich im ersten Jahr entdeckt, dass es an der Rückseite unseres Hauses zum späten Nachmittag hin, ein schönes sonniges Plätzchen gibt. Den Rest des Tages, liegt es im Schatten des Hauses (Nord-West). Vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn man die Sonnenstrahlen sucht, ist der geschützte Platz an der Hauswand ein Träumchen!

So wanderte die Gartenbank vom Pavillon (für diesen hatte ich inzwischen das fehlende 60er-Jahre Original gefunden!) an besagte Stelle der Hauswand. Die Farbe der Bank, sowie die Tatsache dass sich direkt daneben der Wassertank mit Küchen-Kräuterbeet befindet (bzw. dies künftig so sein würde), brachten mich schnell auf die Idee, diesen Mini-Gartenraum der Farbe blau zu widmen. Grundsätzlich setze ich Blau nur sparsam für Akzente ein, da Pastellfarben für mein klassisches Romantikgarten-Konzept klar im Fokus stehen. Aber ein eigenes Themenzimmerchen für diese Farbe finde ich dennoch sehr attraktiv. Die Idee der Farbzimmer habe ich bei den Zinkkabinetten an der Ost-Seite weiter aufgegriffen und vertieft (dazu gibt es Ende Januar einen eigenen Blogbeitrag).

Zink- und Emaille-Gefäße gesellten sich entsprechend zur Bank und wurden bepflanzt. Im Frühjahr mit Hornveilchen, später mit Saisonpflanzen, ersten Stauden und Sukkulenten.

Vorher die Bohrlöcher nicht vergessen und mit Zinkspray versiegelen! Das verhindert Staunässe und ein vorzeitiges Rosten.

Bei den Pflanzen musste ich mich etwas herantasten: Da der Platz den Großteil des Tages im Schatten liegt, später aber noch für knapp zwei Stunden pralle Sonne abbekommt (im Sommer), habe ich einfach ausprobiert und musste zwischendurch umtopfen:

Dem Salbei ‚Midnight candle‘ war es dann doch zu schattig, er gedeiht nun an anderer Stelle in voller Sonne (wo er eigentlich auch hingehört). Interessanterweise fühlt sich sein Artgenosse ‚Mysty‘ in den Emaille-Eimern und der Blumenampel (ich habe die Hänge-Petunie später ausgetauscht) pudelwohl – und hatte zuvor an einem sonnigen Standort Probleme in die Gänge zu kommen. Merkwürdig, aber wenn die Blümchen nun zufrieden sind, bitte sehr. 🙂 Hortensie, Blauer Paul und Hauswurz waren von Anfang an glücklich.

Winter 2019/2020: Blick vom Pavillon auf die Blaue Lagune, den noch unverkleideten Wassertank und die begonnenen Zinkkabinette (links im Bild).

Die Verkleidung des Wassertanks ist oder war ein spezielles Thema. Ich schwankte hier lange zwischen drei Möglichkeiten: möglichst alten Blech-/Zinkschindeln (dauerhaft, wartungsfrei, etwas Besonderes), Holz wie beispielsweise weiteren bepflanzten Paletten (wie auf der Terrassenseite mit dem Küchen-Kräuterbeet) oder auch einer schlichten natürlichen Bretterverkleidung, oder drittens einer Begrünung durch eine Rankpflanze. Im Sommer 2019 habe ich es übergangsweise schon einmal mit einem Purpurglöckchen als Saison-Kletterpflanze versucht ( Rhodochiton atrosanguinea), bis ich mich nun zu einer Entscheidung durchringen konnte: Die Metallschindeln wurden mir dann doch etwas zu viel Zink – die Zinkkabinette liegen gegenüber und ziehen sich ganze 16 Meter an der Grundstücksgrenze entlang. Noch mehr Paletten erschienen mir bei näherer Betrachtung doch zu rustikal und die kleinen Pflanzfächer einer Palette sind eher wartungsintensiv – ich muss bei allen Überlegungen schließlich auch das Wässern berücksichtigen. Klar, der Wassertank könnte kaum näher sein, aber einer muss sich ja allabendlich hinstellen und alles gießen. 😉 So fiel die Entscheidung auf eine Rankpflanze. Aber welche? Hier bin ich nicht nur nach Standort, sondern natürlich auch nach Wuchshöhe und möglichen Schäden an der Fassade gegangen – wofür der Knöterich berühmt-berüchtigt ist. Auch die Frage ob ich das Blau der Blauen Lagune noch einmal aufgreifen und das Gartenzimmer damit vergrößern oder eine andere Farbe wählen sollte, stellte sich.

Schlussendlich habe ich mich nach sehr langen Recherchen für ein Japanisches Geißblatt entschieden, das im Frühjahr 2020 Einzug halten wird. Die weißen und später gelben Blüten sehen vor der Fassade sicher toll aus! Dazu die lange Blütezeit der Sorte ‚Halliana‘ von Juni bis Oktober und der intensive Duft. Das wird wunderschön. Ich kann mir schon richtig vorstellen wie es sich vom Wassertank aus, die Regenrinne empor windet und auf der Terrasse um die Ecke schaut…

Was freue ich mich auf den Frühling! Ich halte Euch auf dem Laufenden.
Alles Liebe und allzeit einen grünen Daumen,
Eure Svea

0 comments on “Blaue LaguneAdd yours →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.