Das Kellergeschoss

Durch die Hanglage steht das Kellergeschoss vorne frei, sodass sich dort auch die Hauseingangstür befindet. Der First hat somit eine stattliche Höhe von gut 11 Metern. Dies hat während der Sanierung immer wieder für Verwirrung beim Benennen der Etagen gesorgt: von „Sie haben doch gar keinen Keller“ bis zu „Sie haben ja zwei Obergeschosse“ war Vieles dabei. Von orientierungslosen Besuchern an der Garderobe – „Ach, hier kommt man direkt in eine Art Erdkeller“ – ganz zu schweigen. 😀 Also zur Orientierung:

Das Haus vor der Sanierung (Februar 2018)

Am Grundriss haben wir nichts geändert, da er für unsere Wünsche schon perfekt war – was im Prinzip für das gesamte Haus gilt. Bis auf zwei Kleinigkeiten, die dafür recht viel Dreck und Arbeit gemacht haben: Im Büro gibt es nun ein zweites Fenster (dafür musste draußen das Erdreich abgetragen und ein Lichtschacht in Beton gegossen werden) und von der Garderobe aus gibt es nun einen Durchgang zur Garage (beides gelb markiert).

Der Eingang

Im Eingangsbereich zeigte sich gleich die wunderschöne Holztreppe, auch wenn sie unter sehr viel rotem Lack und Verschleiß versteckt war, dazu war sie im Laufe der Jahre nachgedunkelt. Sie wurde vom Keller bis ins Dach geschliffen und geölt, die Stufen mit transparenten Anti-Rutschstreifen sicher gemacht. Die Wangen wurden weiß lackiert um dem ganzen Holz im Haus einen Kontrast zu bieten. So kommt beides besser zur Geltung.

Decke und eine Wand waren zudem mit Holz verkleidet und ließen alles gedrungen wirken. Die blauen Fliesen haben dies noch unterstrichen. Holzverkleidung und Bodenfliesen sind also rausgeflogen! Stattdessen wurden spanische Fliesen mit typischem Muster neu verlegt. Wobei es sich nicht um „echte“ Zementfliesen handelt, das wäre im Eingangsbereich viel zu pflegeintensiv und wir hätten sicher nicht lange Freude daran! Aber die ausgesuchten Modelle (im lokalen Fliesenfachgeschäft, daher kein Tipp per Link) sind in Stil und Qualität so gute Nachbildungen, dass sie von Besuchern immer wieder für alte Originale gehalten werden. 😉

Übrigens: Durch die neue Fußbodenheizung im Büro ist ein Absatz zum Eingangsbereich hin entstanden (rechte Tür im Bild), den ich schnöde als kleine Stufe gestaltet hätte. „Das wird immer eine Stolperkante sein. Lassen Sie uns lieber eine kleine Rampe machen, dann ist es barrierefrei“, lautete der Tipp vom Fachmann. Was bin ich dankbar! Neben der ausgesprochen (!) angenehmen und sauberen Arbeit der Firma Siegfried Heinrich, gab es während des Verlegens der Fliesen auch noch lebensrettende Hinweise. Ich will gar nicht wissen, wie oft ich inzwischen schon gestürzt wäre. 😀

Barrierefrei ins Büro 🙂

Das Büro

Meine Schreibstube liegt direkt neben dem Eingangsbereich und ist somit perfekt vom restlichen Wohnbereich getrennt, das war mir für die Abgrenzung wichtig. Da unter dem Boden direkt die Bodenplatte des Hauses liegt und dieser auch noch gefliest war, versprach es stets recht fußkalt zu werden. Daher haben wir trotz des Verlustes einiger Zentimeter an Raumhöhe, eine schlanke Fußbodenheizung einbauen lassen und ein Fertigparkett verlegt – der einzige Raum im Haus für den wir überhaupt Parkett kaufen mussten. Außerdem ist wie schon oben beschrieben ein zweites doppelflügeliges Fenster eingebaut worden, was es wunderbar hell und freundlich macht.

Auch wenn der Raum sehr hübsch geworden ist und ich mich inzwischen sehr wohl fühle, war die Umstellung anfangs doch recht kernig. Immerhin habe ich mein vorheriges 100m²-Büro das ich mir zuletzt mit zwei Büro-WG-Kollegen teilte, für ein 15m² Homeoffice aufgegeben. Wobei das vorherige radikale Entrümpeln auch sehr gut getan hat! Aber um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch nur ansatzweise zu ermöglichen, hat nur noch ein Homeoffice Sinn. Und der Ausblick vom Schreibtisch in den Rosengarten ist auch nicht so schlimm… 😀

Die Garderobe

Gegenüber meines Büros liegt die Garderobe. Auch so eine Sache die ich mir schon immer gewünscht hatte. Zuvor war es ein Raum, der sein Licht durch Glasbausteine zur Garage erhielt und seine Belüftung durch ein Rohr, das unter der Treppe hindurch einfach die Außenwand durchbrach – Sommer wie Winter. Kein Wunder, dass es bei dieser Kälte ein Feuchtigkeitsproblem gab! Als wir gehört haben, dass das mal ein Kinderzimmer war, lief uns definitiv ein kalter Schauer über den Rücken…

Wir haben hier also das einzig sinnvolle getan: Zwangsbelüftung ersatzlos entfernt, die Löcher in den Wänden geschlossen, dafür an die Stelle der Glasbausteine einen richtigen Durchbruch für eine Tür, die nun Zugang zur Garage bietet. Stets trockenen Fußes rein und raus, herrlich!
Als Bodenbelag konnten wir das alte Parkett aus dem angehenden Hauptbad im Obergeschoss verwenden. Es hat aufs Brett genau, exakt gepasst. Ein großer Kleiderschrank ist nun Garderobe und Raumteiler. Dahinter befindet sich das Lager für das große Hobby und Nebengewerbe des Gatten: Musikanlagen.

Ich mag es sehr, dass Gäste gleich hinter der Eingangstür ihre Jacken ablegen können und diese nicht stapelweise oben im Wohnbereich herumliegen. Unsere eigenen Jacken hängen hier je nach Saison ebenfalls parat. Das sind für mich die Kleinigkeiten die den Alltag angenehm machen. 🙂

Die Waschküche & Vorräte

Eine dritte Tür trennt den Eingangsbereich mit Büro und Garderobe von den „echten“ Kellerräumen: Waschküche, Vorratskeller und die heiß geliebte Werkstatt. Auch wenn ich nicht so die ausgeprägte Hausfrau bin, habe ich mir stets eine richtig schöne Waschküche gewünscht. 15 Jahre hässliche Wäscheständer in der Wohnung waren genug! 😀

Wir dachten zunächst, dass es in diesen Räumen ein Feuchtigkeitsproblem gäbe, da es muffig roch und diese Räume ja nun tatsächlich unter der Grasnarbe liegen. So hätten wir im Außenbereich abbaggern, Abdichtung und Drainage neu machen müssen. Kernsanierung eben, hat uns auch nicht weiter schockiert. ABER nach dem Austausch der Kellerfenster durch richtige Kunststofffenster, das Aufbringen von Lehmputz sowie dem generellen Beleben und Lüften des Hauses, war das Problem beseitigt.

In der Waschküche gab es bislang nur nackten Betonboden, ein stark verdrecktes Emaillewaschbecken und eine alte Heizungsanlage.
Apropos. Von hier aus ging es in Sachen Kernsanierung ans Eingemachte: neue Heizungsanlage (Gas), Abwasserrohre, Trinkwasserrohre, Elektrik – alles vom Keller bis unters Dach komplett neu! Es gab im gesamten Haus wohl keine Wand die nicht aufgestemmt wurde. Zwischenzeitlich dachte ich, es kann unmöglich je wieder schön werden… Aber es hat sich wirklich bezahlt gemacht, dass wir uns bei der Auswahl der Handwerksbetriebe nicht einfach nach dem billigsten Preis gerichtet haben, sondern auch Betriebsgröße und Zuverlässigkeit mit in die Waagschale geworfen haben. Sprich: Haben die die Menpower um mehrere umfangreiche Projekte zu stemmen, damit wir nicht wegen Handwerkermangel in Verzug geraten? Zur Erinnerung: 2. Mai war Start der Kernsanierung, Ende Juli wollten wir einziehen – also ein eher straffer Zeitplan. Der übrigens aufgegangen ist, weil wir uns offensichtlich für die Richtigen entschieden haben: Wir würden uns exakt so wieder entscheiden! Die Zusammenarbeit lief richtig gut und hat zudem Spaß gemacht. 🙂

Neben der neuen Schaltzentrale mit Heizung und neuem Sicherungskasten, haben wir der Waschküche ein paar hübsche Mosaikfliesen und eine Arbeitsplatte aus Holz verpasst, sowie das alte Emaillewaschbecken gründlich gereinigt. Das Raumklima ist so angenehm und warm, dass wir uns die Anschaffung eines Wäschetrockners sparen konnten – die Wäsche ist immer über Nacht trocken. Noch so eine kleine Freude im Alltag. 🙂

Noch zwei Kleinigkeiten aus dem Bereich „Upcycling“: ein ausgedientes Bügelbrett haben wir nackig gemacht und als Magnetwand in der Waschküche montiert. Hier hängen nun wichtige Dinge wie der Müllkalender! Auch so eine Sache an die man sich als Hausbesitzer erst einmal gewöhnen muss: Mülltonnen pünktlich rausstellen. 😀 In dem kleinen Flur vor Waschküche und Werkstatt, haben wir die alten und unglaublich stabilen Edelstahl-Aufhänger aus dem Bad im Erdgeschoss an die Wand geschraubt. Die wären viel zu schade zum Wegwerfen gewesen!

Die Werkstatt

Oder auch „Die Männerhöhle“. 🙂 Hier wurde ein Traum meines Gatten wahr: Eine eigene Werktstatt! Und die massive Werkbank mit Werkzeugregal war sogar schon drin.

Auch hier haben wir ein neues Fenster einbauen lassen, sowie eine gute Schicht Lehmputz aufgebracht. Hier wurde er sogar in seiner natürlichen Farbe belassen und nicht wie in den übrigen Kellerräumen zusätzlich mit Lehmfarbe oder farbigem Edelputz nachbearbeitet. Außerdem haben wir in der Werkstatt sowie dem Vorratskeller Heizkörper montieren lassen, damit man es dort auch im Winter aushalten kann – und es keinesfalls zu einem Feuchtigkeitsproblem durch fehlendes Heizen kommen kann. Und was soll ich sagen: Die Männerhöhle ist ausgesprochen gemütlich. Sogar das alte Sofa hat dort Platz gefunden. Manchmal werde ich sogar eingeladen… 😉

So ist unser Keller quasi zweigeteilt: der vordere Teil ist mit dem Eingang, meinem Büro und der Garderobe richtiger Wohnraum. Der hintere Teil, der durch die Hanglage dann auch wirklich Keller ist, ist mit Waschküche, Vorratsraum und Werkstatt, unser Hauswirtschaftsbereich.

Dann gehen wir die Treppe jetzt einmal hoch ins Erdgeschoss. 🙂

Treppenabsatz vor der Küche und dem Esszimmer. Rechts geht es weiter nach oben ins Obergeschoss.

Die Kernsanierung

Die Sanierung der einzelnen Etagen stelle ich Euch gerne vor:
Das Haus
Das Kellergeschoss
Das Erdgeschoss
Das Obergeschoss
Das Dachgeschoss

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