Rosenpavillon

Rosenpavillon – ein Projekt in 4 Akten

Ein Traum von Rosenpavillon. Dicht berankt, üppig blühend und betörend duftend. Luftig leicht, ein Blütenmeer in Pastell und Grün, in prominenter Lage mit bestem Überblick über den Garten. So habe ich mir meinen Rosenpavillon im neuen Garten vom ersten Moment an vorgestellt. Ich konnte den Rosenduft schon nahezu riechen, so sicher und überzeugt war ich… Immerhin hatte ich mit dem Anlegen eines solchen Rosenpavillons schon sehr gute Erfahrungen gemacht.

Allerdings sollte ich hier auf eine harte Probe gestellt werden – die Gestaltung eines sehr schwierigen Gartenstandorts, hin zum Rosentraum:

Das erste Jahr am Rosenpavillon – 2018

Im neuen Garten – der künftige Rosenpavillon frisch angelegt im Juni 2018

So sind nach dem Anlegen des Rondells mit Sandstein und einer gepflasterten Fläche aus Basaltsteinen, sowie dem Aufbau des Pavillons* im Mai 2018 natürlich direkt die ersten Rosen, Kletterer und Stauden eingezogen (während drinnen die Kernsanierung tobte). Bei den Baumfällarbeiten wurde zudem ein Rhododendron in der hintersten Ecke freigelegt. Der arme Kerl hatte offensichtlich über viele Jahre kaum Licht und Wasser bekommen und war in einem erbärmlichen Zustand. Mit saurer Erde, Dünger und viel Wasser wurde Erste Hilfe geleistet.

Das zweite Jahr am Rosenpavillon – 2019

Es schien zunächst alles gut anzugehen und da dieser Bereich des Gartens vorerst der erste war, den ich überhaupt bearbeiten und gestalten konnte (nach der Gartenplanung wartete ich sehnsüchtig auf die Umsetzung des restlichen Gartens im Sommer 2019), setzte ich meine Arbeit hier am Rosenpavillon im Frühjahr 2019 entsprechend fort. So zogen beispielsweise die zahlreichen Scheinbeeren der winterlichen Balkonbepflanzung in den Hang hinter den Pavillon um. Dazu drei immergrüne Winter-Schneebälle mit kleinem Kugelwuchs, die sich in dem Halbschatten wohl fühlen und zudem im Winter für Attraktivität sorgen sollten.

Immerhin würde dieser Bereich hinter der sommerlichen Blütenpracht untergehen, wohingegen der nackte Pavillon im Winter zunächst einmal nicht all zu viel Attraktivität erwarten ließ. So der Plan.


Erste Rückschläge im Gartenjahr 2019

Ein guter Plan bis hier hin. Im Frühling 2019 explodierte die Blütenpracht dann auch nahezu. Alles sah gesund und kräftig aus, bis in den frühen Juni hinein. Das Dach des Pavillons hatte ich übrigens schon im Sommer 2018 wieder abgenommen, da es den Rosen und Kletterern doch zu viel Licht nahm und ich die gestaute Hitze unter Kunststoffdächern nicht mag. Ein luftiger und natürlicher Schatten unter Bäumen ist einfach der Angenehmste.


Im April 2019 wurden noch die völlig außer Kontrolle geratenen Hainbuchen aus dem Altbestand (hinter dem Pavillon) gekappt. Wahnsinn, wie man sich da als Laie doch immer wieder verschätzt, das waren etliche Meter! Das Ziel ist hier, eines Tages schöne kompakte Kronen zu haben, die über dem Blütendach stehen. Idealerweise in Kugelform. Aber schon bei dem einfachen Schnitt zeigte sich, dass der unscheinbar wirkende Hang einige Herausforderungen beim Stellen der Leiter mit sich bringt. Das wird künftig also eine ordentliche Kletterpartie um diesen Plan umzusetzen. Aber wer hat schon behauptet, das Gärtnern sei immer leicht? 😉

Tja, es hätte so schön werden können… Aber dann versiegte der Frühlings-Regen und es zeigten sich die erheblichen Tücken dieses Standorts. Allem voran die extreme Trockenheit! Der alte Baumbestand der Nachbargrundstücke zieht den Boden einfach leer. Die dichte Belaubung der teils riesigen Kronen lässt zudem ohnehin kaum Regen auf dem Boden ankommen. So haben die jungen Pflanzen einfach keine Chance hier Fuß zu fassen.

Außerdem zeigte sich, dass der Bereich ab den Mini-Teichen – später wurde daraus eine Zinkbadewanne (zwischen Gartenbett und Pavillon) – im Sommer teils pralle Sonne abbekommt, andere Teile hingegen überwiegend im Halbschatten liegen, sodass es einigen Pflanzen zu viel, anderen doch zu wenig Sonne war. Der klägliche Versuch dagegen anzuwässern brachte rein gar nichts und war der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Die Verbesserung des Bodens durch gute Pflanzerde, Dünger, etc. reichte zudem nicht, die Pflanzen hungerten und litten. Ein Trauerspiel!

Eine Rettungsaktion für die Pflanzen im Sommer 2019

Gott sei Dank, war Ende Juli 2019 der restliche Garten fertig angelegt und die Baumaschinen abgerückt! Eine denkbar ungüngstige Zeit zum Umpflanzen (zumal es auch schon seit Wochen extrem heiß war), aber da einige Rosen und ihre Begleiter dermaßen erbärmlich aussahen, war alles besser als sie an diesem Standort zu lassen. Dort wären sie auf jeden Fall eingegangen. So ist der Großteil eines Abends in den Rosengarten umgezogen, der gerade mit vielen Tonnen frischem Mutterboden angelegt worden war. Ein paar Tage wässern, das Ganz gemulcht und man konnte richtig sehen, wie sich die Pflanzen erholten! Bis zum Ende des Sommers sahen alle wieder glücklich und zufrieden aus und belohnten teils sogar mit einer späten Blüte. 🙂

Tja, und zurück bleibt eine Art Steppe um den erträumten Rosenpavillon. Von dem ursprünglichen Pflanzplan ist im Prinzip nichts übrig. Auch von den zahlreichen Scheinbeeren hat nur eine Handvoll (wenn überhaupt) die Trockenheit des Standorts überlebt. Aber immerhin scheinen die Winter-Schneebälle zurecht zu kommen, der aufgepäppelte Rhododendron hat zur Belohnung Knospen angesetzt und wird 2020 seine Farbe offenbaren.

Der richtige Standort für Pflanzen lässt sie nicht nur gut gedeihen und spart viel Zeit fürs „Herumdoktern“ sondern natürlich auch Geld, weil sich der Schwund und entsprechendes Nachpflanzen in Grenzen halten. Es hat also einfach keinen Sinn an den eigenen Vorstellungen festzuhalten, wenn sich die Pflanzen an den ihnen zugedachten Plätzen nicht wohlfühlen. Muss ich meinen Traum vom berankten Rosenpavillon also aufgeben?

Das Gartenjahr 2019 habe ich zumindest in diesem Bereich mit Kummer beendet…


Das dritte Jahr am Rosenpavillon – 2020

Ich bin insgesamt nicht sonderlich glücklich mit der übrig gebliebenen Bepflanzung. Es entspricht so gar nicht meiner Vorstellung eines harmonischen üppig-romantischen Staudenbeets in Pastell, von der ich mich noch nicht lösen mag. Es ist irgendwie noch nicht stimmig und eher zusammen gewürfelt. Klar, es haben ja auch nur hier und da ein paar letzte Mohikaner überlebt! Fast alles musste umziehen, weil der Standort zu schwierig ist.

Eine Bestandsaufnahme und dritter Versuch:
Die Beetbereiche links und rechts des Pavillons sind meine Sorgenkinder und stellen mich vor ein Rätsel… Trocken und stark durchwurzelt von den großen Nachbarbäumen, im Sommer stundenweise halbschattig, stundenweise pralle Sonne. Steingartengewächsen ist es wiederum nicht sonnig genug. Hm. Im Herbst 2019 hatte ich einige Sedum-Gewächse, Sandthymian und Frauenmantel gesetzt. Also eigentlich unverwüstliche Kandidaten – aber selbst der Frauenmantel hat es nicht gepackt. 🙁

Ich habe rechts des Pavillons nun eine Sammlung verschiedener Sedumgewächse (Fetthenne, Hauswurze), Sandthymian, spanisches Gänseblümchen zusammen getragen. Dazu Schafgarbe sowie Schleier- und Eisenkraut. Ein Goldlack fühlt sich von Beginn an sehr wohl.

Das Staudenbeet rechts des Rosenpavillon im Spätsommer 2020
Rechts im Bild sieht man die Fetthennen, Sedum, Wolfsmilch. Der Rambler ‚Alberic Barbier‘ am Staketenzaun ist im Herbst 2020 an den Hang an der alten Kirsche umgezogen. Auch er ist nicht mehr zurecht gekommen.

Am Pavillon selbst sitzen noch drei Clematis, die sich von Anfang an erstaunlich wohl fühlen. Mit einer nochmaligen Bodenaufarbeitung, frischem Mulch und dem geplanten Bewässerungssystem, sollten diese Pflanzen dort eigentlich auch weiterhin zurecht kommen.

Ein neuer Versuch in punkto Rosen ist nach längerer Recherche der Rambler ‚Rambling Rector‘ der den Pavillon beranken soll – Blütenmeer im Juni, unzählige kleine Hagebutten in Herbst & Winter. Er ist robust und verträgt auch Halbschatten. Also sollte er wirklich Fuß fassen, wird das toll und mein Traum geht doch noch in Erfüllung!

Ich habe ihn an die Seite Richtung Gartenbett gesetzt, wo der Standort nicht ganz so schwierig zu sein scheint wie auf der anderen Seite.

Meine Rosensorten, hier der Rambler Rambling Rector der den Rosenpavillon beranken soll.
Ramblerrose Rambling Rector

Die vormaligen Miniteiche in einem alten Ausdehnungsgefäß sind ebenfalls umgezogen. Nun sind sie mit guter Erde gefüllt und bepflanzt. Genauso bin ich auch bei den Zinkkabinetten vorgegangen – die gewünschten Pflanzen also in Gefäßen „oben drauf“ gesetzt, um den sehr schwierigen Bodenverhältnissen zu entgehen.

In ein solches Gefäß ist auch das Japanische Geißblatt ‚Halliana‘ umgezogen, das zuvor am Wassertank gesessen hatte. Da es sich dort nicht recht wohl gefühlt hat und dieser Bereich eines Tages mit einer Zisterne neu gestaltet werden soll, hat es prima gepasst. Die weißen und später gelben Blüten sehen an dem Staketenzaun sicher toll aus! Dazu die lange Blütezeit von Juni bis Oktober und der intensive Duft. Das wird wunderschön harmonisch.


Ich halte Euch auf dem Laufenden wie es sich im nächsten Jahr weiter entwickelt. Nach der oben beschriebenen Neugestaltung habe ich wieder Hoffnung geschöpft, dass es doch noch was werden könnte.

Alles Liebe und allzeit einen grünen Daumen,
Eure Svea

Der Gartenwhirlpool wurde im Sommer 2020 selbst gebaut
Mit der Neuanlage des Garten-Whirlpools im August 2020 ist zudem ein neuer Bereich entstanden, der mit verschiedenen Gräsern nochmal ein ganz anderes Bild ergibt.

Das vierte Jahr am Rosenpavillon – 2021

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