Ein romantischer Garten entsteht

Die Gartentür öffnet sich quietschend und ich trete langsam ein. Üppig ragen die zartrosa Rosenblüten in den Durchgang und streifen meine Wange. Ein verheißungsvoller Duft umfängt mich und die Neugierde prickelt auf meiner Haut, als sich der schmale Pfad eng um die Hausecke windet. Da sehe ich eine blassgelbe Schönheit, die…

Geschwungene Pfade, verwunschene Plätze und Skulpturen sind typische Gestaltungselemente eines romantischen Gartens.

Ja, was? Wie mag es wohl weitergehen? Was erwartet mich hinter der Biegung, der dichten Hecke, der Mauer oder hinter der Figur?

Die Abwechslung, die Biegungen und die versteckten Plätze, die es zu entdecken gilt, machen einen romantischen Garten so verwunschen und spannend. Nichts offenbart sich auf den ersten Blick, eine neue Blickrichtung zeigt plötzlich zuvor Verborgenes. Das Blütenmeer in Pastell und Grün hüllt den Besucher in eine ganz besondere Leichtigkeit und Ruhe, die nur traumhaft gewachsene Gärten vermitteln können.

Das macht für mich die Faszination romantischer Gärten aus. – in wenigen Worten umrissen.

Nur habe ich derzeit ein klitzekleines Problem: Mein Garten ist eine Schlammwüste. Verdreckt, nicht verwunschen. Eine neue Blickrichtung zeigt eine zuvor Gott sei Dank verborgene Katastrophe. Romantik sieht definitiv anders aus!

Romantischer Traumgarten? Hier ist noch viel Vorstellungskraft nötig!

Darum lebe ich derzeit in meiner persönlichen Gärtner-Hölle: Im Frühjahr 2018 haben mein Mann (bester Ehemann von allen) und ich ein hübsches Häuschen erstanden. Die drei wichtigsten Kriterien einer Immobilie (Lage, Lage, Lage) waren erfüllt, jedoch war eine umfassende Kernsanierung nötig: Elektrik, Abwasser- und Trinkwasserrohre vom Keller bis unters Dach neu – also einmal alle Wände und Decken auf. Dach dämmen und ausbauen, diverse Stahlträger einziehen, Durchbrüche in die Außenwände für neue Fenster und Terrassentüren. Bäder neu, alte Parkettböden auf drei der vier Etagen schleifen und ölen, dazu die alte Holztreppe. Klingt nach Rückenbeschwerden? Das war es auch! Und natürlich sind noch hunderttausend Kleinigkeiten zu tun, aber seit August wohnen wir in unserem Traumhaus und fühlen uns ausgesprochen wohl – solange man nicht aus dem Fenster schaut. Denn der Garten ist ebenso ein Fall für eine Kernsanierung.

Wer jetzt denkt: „Naaaaa, das ist aber noch nicht lange!“, der sollte wissen, dass ich vor Jahren schon einmal so ein Brachland übernommen und mit viel Liebe und Schweiß in eine blühende Oase verwandelt habe. Meine erste große Garten-Liebe! Von der ich mich wegen eben jenes Hauses, sehr sehr schweren Herzens getrennt habe. Ich glaube nicht, dass mir schon jemals etwas so schwer gefallen ist.

So sitze ich nun quasi vor einem weißen Blatt Papier (nur in schmuddeligem Braun) und fange noch einmal ganz von vorne an. Und darum geht es in diesem Blog: Von der ersten Skizze, über sich entwickelnde Ideen, bis zum blühenden Romantik-Kracher – live und in Echtzeit, entsteht hier ein romantischer Traumgarten.

Wie entstehen harmonische Arrangements? Wie findet jedes Blümchen seinen richtigen Platz? Wie bekommt man es hin, dass man sich im Laufe der Jahreszeiten an den Veränderungen erfreuen kann? Was sind Gartenzimmer und wie gestaltet man sie?

Ja, wie geht es hinter der Biegung weiter…

Ich freue mich von Herzen darauf, meinen neuen Garten zu entdecken und zu gestalten. Erfahrungen aus meinem ersten Garten einfließen zu lassen und andere Dinge ganz neu auszuprobieren, die ich mich beim ersten Anlauf noch nicht getraut habe. Auf Austausch, Gartenbegeisterte – und jene, die es noch werden! Vielleicht ist mein Gartenfieber ja ansteckend?

Stand der persönlichen Gärtnerhölle – Weihnachten 2018: